UT vs. MT bei Schmiedeteilen: Welches Prüfverfahren ist erforderlich?

Ob bei Schmiedeteilen eine Ultraschallprüfung (UT) oder Magnetpulverprüfung (MT) erforderlich ist, hängt vom Prüfziel ab. UT dient hauptsächlich zur Erkennung innerer Ungänzen, während MT Oberflächen- und oberflächennahe Fehler in ferromagnetischen Werkstoffen erkennt.

Bei geschmiedeten Wellen, gewalzten Ringen und Zahnradrohlingen können UT und MT unterschiedliche Prüfaufgaben erfüllen. Je nach Zeichnung, Norm und Einsatzbedingungen können auch beide Verfahren erforderlich sein.

Dieser Artikel vergleicht UT und MT bei Schmiedeteilen hinsichtlich Prüfbereich, Fehlererkennung, Anwendungen, Normen und Auswahlkriterien.

UT vs MT for forgings comparing ultrasonic testing and magnetic particle testing

UT vs. MT bei Schmiedeteilen: Schneller Vergleich

Der wichtigste Unterschied liegt im Prüfbereich: UT bewertet hauptsächlich die innere Werkstoffqualität, während MT auf Oberflächen- und oberflächennahe Ungänzen ausgerichtet ist.

PrüfkriteriumUTMT
BezeichnungUltraschallprüfungMagnetpulverprüfung
PrüfbereichInneres VolumenOberfläche / oberflächennah
Typische AnzeigenRisse, Einschlüsse, HohlstellenOberflächen- und oberflächennahe Risse
WerkstoffeViele metallische WerkstoffeFerromagnetische Werkstoffe
Typische SchmiedeteileWellen, Ringe, schwere SchmiedeteileStahlwellen, Ringe, Zahnradrohlinge
HauptzweckInnere QualitätOberflächenintegrität

UT eignet sich für die Prüfung der inneren Qualität, MT für die Kontrolle kritischer Oberflächenbereiche.

Was ist die Ultraschallprüfung von Schmiedeteilen?

Die Ultraschallprüfung von Schmiedeteilen (UT) ist ein zerstörungsfreies Prüfverfahren zur Erkennung innerer Ungänzen. Hochfrequente Schallwellen werden in das Bauteil eingeleitet und reflektierte Signale ausgewertet.

Typische Anwendungen sind geschmiedete Wellen, gewalzte Ringe, Zahnradrohlinge und schwere Stahlschmiedeteile.

UT kann unter geeigneten Prüfbedingungen unter anderem erkennen:

  • Innenrisse
  • Einschlüsse
  • Hohlstellen
  • andere innere Ungänzen

Damit eignet sich UT besonders zur Beurteilung der inneren Werkstoffqualität von Schmiedeteilen.

Was ist die Magnetpulverprüfung von Schmiedeteilen?

Die Magnetpulverprüfung (MT) ist ein zerstörungsfreies Verfahren zur Erkennung von Oberflächen- und oberflächennahen Ungänzen in ferromagnetischen Schmiedeteilen.

Das Bauteil wird magnetisiert und mit Magnetpartikeln geprüft. Lokale Störungen des Magnetfelds können mögliche Fehler sichtbar machen.

Typische Anzeigen sind:

  • Oberflächenrisse
  • oberflächennahe Risse
  • Überlappungen bzw. Falten
  • andere oberflächennahe Ungänzen

MT eignet sich daher besonders zur Kontrolle der Oberflächenintegrität von Stahlschmiedeteilen.

Welche Fehler können UT und MT bei Schmiedeteilen erkennen?

UT und MT decken unterschiedliche Fehlerbereiche ab. UT konzentriert sich auf innere Ungänzen, während MT Oberflächen- und oberflächennahe Fehler erkennt.

SchmiedefehlerUTMT
Innenrisse
Einschlüsse / Hohlstellen
OberflächenrisseEingeschränkt
Oberflächennahe RisseEingeschränkt
Überlappungen / FaltenEingeschränkt

Die Nachweisbarkeit hängt von Fehlergröße, Orientierung, Tiefe, Bauteilgeometrie und Prüfbedingungen ab. Bei kritischen Schmiedeteilen können deshalb beide Verfahren erforderlich sein.

Wann sollte UT oder MT bei Schmiedeteilen eingesetzt werden?

Das geeignete ZfP-Verfahren für Schmiedeteile sollte nach dem Prüfziel und dem erwarteten Fehlerbereich ausgewählt werden.

UT wird typischerweise eingesetzt, wenn:

  • die innere Qualität entscheidend ist,
  • große oder dicke Querschnitte geprüft werden,
  • innere Ungänzen das Hauptrisiko darstellen,
  • Zeichnung oder Spezifikation UT fordert.

MT wird typischerweise eingesetzt, wenn:

  • Oberflächenrisse geprüft werden,
  • oberflächennahe Fehler relevant sind,
  • der Werkstoff ferromagnetisch ist,
  • Zeichnung oder Spezifikation MT fordert.

Die Auswahl sollte sich nach Werkstoff, Geometrie, Fehlerort und Prüfanforderungen richten.

Brauchen Schmiedeteile UT und MT?

Nein. Nicht jedes Stahlschmiedeteil benötigt beide Prüfverfahren. UT kontrolliert die innere Qualität, MT die Oberflächen- und oberflächennahen Bereiche.

Typische Beispiele:

  • Geschmiedete Wellen: UT für innere Qualität, MT für kritische Oberflächen
  • Gewalzte Ringe: UT und/oder MT je nach Querschnitt und Anforderungen
  • Zahnradrohlinge: häufig abhängig von Belastung und Bauteilfunktion

Die endgültigen ZfP-Anforderungen sollten aus Zeichnung, Norm, Einsatzbedingungen und Kundenspezifikation hervorgehen.

UT und MT für geschmiedete Wellen, Ringe und Zahnradrohlinge

Die Auswahl des Prüfverfahrens hängt von Geometrie, Querschnitt, Belastung und erwartetem Fehlerort ab.

SchmiedeteilHauptprüfzielTypischer Ansatz
Geschmiedete WellenInnere Qualität und kritische OberflächenUT und/oder MT
Gewalzte RingeInnere und oberflächennahe UngänzenUT und/oder MT
ZahnradrohlingeInnere Qualität und OberflächenintegritätUT und/oder MT

Die konkrete Prüfung sollte immer anhand von Zeichnung, Norm und vereinbarten Qualitätsanforderungen festgelegt werden.

Normen für UT und MT

Für die zerstörungsfreie Prüfung von Stahlschmiedeteilen werden je nach Projekt unterschiedliche ASTM- und EN-Normen eingesetzt.

VerfahrenHäufig verwendete NormAnwendung
UTASTM A388/A388MUltraschallprüfung von Stahlschmiedeteilen
MTASTM A275/A275MMagnetpulverprüfung von Stahlschmiedeteilen
MTASTM E709Allgemeine Richtlinien zur Magnetpulverprüfung
UT / MTEN 10228Zerstörungsfreie Prüfung von Stahlschmiedeteilen

Die anwendbare Norm hängt von Bauteil, Werkstoff und Kundenanforderungen ab. Prüfumfang und Annahmekriterien sollten zusätzlich eindeutig definiert werden.

Was gehört in einen ZfP-Prüfbericht?

Ein ZfP-Prüfbericht für Schmiedeteile sollte das Prüfergebnis eindeutig zum Bauteil oder zur Produktionscharge zurückverfolgen lassen.

Wichtige Angaben sind:

  • Bauteil- und Zeichnungsidentifikation
  • Schmelzen- oder Chargennummer
  • Prüfverfahren
  • Prüfnorm bzw. Prüfanweisung
  • Prüfbereich und Prüfumfang
  • Anzeigen und Bewertung
  • Annahmekriterien
  • Prüfergebnis
  • Angaben zum Prüfer, sofern erforderlich

Bei kritischen Schmiedeteilen sollten die ZfP-Daten mit Materialzeugnissen und Rückverfolgbarkeitsunterlagen übereinstimmen.

UT und MT richtig spezifizieren

ZfP-Anforderungen sollten bereits in der RFQ-Phase definiert werden, insbesondere bei kritischen Wellen, Ringen und Zahnradrohlingen.

Die Anfrage sollte möglichst enthalten:

  • Bauteil und Werkstoff
  • UT, MT oder beide Verfahren
  • Prüfzeitpunkt
  • Prüfbereiche bzw. kritische Zonen
  • Norm und Annahmekriterien
  • erforderliche Dokumentation

Klare Angaben erleichtern die Prüfplanung und vermeiden Unklarheiten bei Kosten, Fertigungsablauf und Lieferzeit.

Fazit

UT und MT erfüllen bei Schmiedeteilen unterschiedliche Prüfaufgaben. UT dient hauptsächlich zur Bewertung der inneren Qualität, während MT Oberflächen- und oberflächennahe Ungänzen in ferromagnetischen Werkstoffen erkennt.

Bei kritischen Stahlschmiedeteilen können beide Verfahren sinnvoll oder vorgeschrieben sein. Entscheidend sind Bauteilgeometrie, Werkstoff, Fehlerrisiko, Prüfnorm und Einsatzbedingungen.

Was ist besser für Schmiedeteile – UT oder MT?

Keines der Verfahren ist grundsätzlich besser. UT prüft hauptsächlich innere Ungänzen, während MT Oberflächen- und oberflächennahe Fehler in ferromagnetischen Schmiedeteilen erkennt.

Kann ein Schmiedeteil UT bestehen und trotzdem bei MT durchfallen?

Ja. Ein Schmiedeteil kann die UT-Anforderungen für die innere Qualität erfüllen und trotzdem Oberflächenanzeigen bei der Magnetpulverprüfung aufweisen.

Beeinflusst die Größe eines Schmiedeteils die Wahl zwischen UT und MT?

Ja. Große oder dickwandige Schmiedeteile werden häufig mit UT auf innere Ungänzen geprüft. MT konzentriert sich unabhängig davon auf den oberflächen- und oberflächennahen Bereich.

Sollten UT und MT vor oder nach der Bearbeitung durchgeführt werden?

Das hängt von Zeichnung und Fertigungsablauf ab. UT wird in einer geeigneten Fertigungsstufe zur Prüfung des inneren Volumens durchgeführt; MT kann auch nach der Bearbeitung zur Kontrolle kritischer Oberflächen eingesetzt werden.

Welche ZfP-Anforderungen gehören in eine Anfrage für Schmiedeteile?

Eine Anfrage sollte Prüfverfahren, Norm, Annahmekriterien, Prüfbereiche und Dokumentationsanforderungen enthalten. Bei kritischen Bauteilen sollte zusätzlich der Prüfzeitpunkt festgelegt werden.

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